Konzert zum 110. Geburtstag von SCHOSTAKOWITSCH Live aus Moskau

25. Sep.2016 19:00 Tchaikovsky Concert Hall Webcast http://meloman.ru/online/

Denis Matsuev, Klavier
Vladislav Lavrik, Trompete
Alexander Sladkovsky, Dirigent
Tatarstan State Symphony Orchestra

SCHOSTAKOWISCH:
Konzert Nr. 1 für Klavier, Trompete und Streichorchester
Klavierkonzert Nr.2 F-Dur, op. 102
Symphony Nr. 5

 

 

Boris BEREZOVSKY triumphiert beim Beethoven-Fest Bonn / 18. Sep. 2016 Beethovenhalle Bonn

Was für ein Klavierabend! Boris Berezovsky kehrt zurück als Herkules unter den Pianisten. In der Pause wurde das Klavier verstellt, somit der Pianist in Blickrichtung Zuschauer saß, direkt vor der Bratschen-Sektion.(Siehe Foto unten)  Mal was Neues. Ich dachte, hoffentlich wird die akustische Qualität damit nicht beeinträchtigt. Berezovskys erste Solopassage allerdings, bügelte meine Sorgen aus. Sein immenses Klangvolumen erreichte wohl jedes Ohr im Saal. Auch im Tutti versteckte er sich nicht hinter dem Orchester. Dabei wurde sein Klavierton weder aggressiv noch krachend, sondern er blieb rund und weich, selbst in dichten Akkord-Passagen. Eine ideale Mischung aus extremer Maskulinität und Weichheit. Es ist sein Markenzeichen. Wer einen derart herrlichen Klang generiert, kann sich auch einiges leisten. In der Tat ist Berezovsky, wie er zugibt, kein Analytiker, der ein Werk zerlegen kann. Er spielt nach seinem Empfinden. Gerade dies ermöglicht ihm, Spontanität zu bewahren. Sein Vortrag des gleichen Stückes klingt jedes Mal anders. Insgesamt habe ich schon drei Mal sein Rachmaninov in d-Moll erlebt. Diesmal präsentierte er eine verfeinerte Darbietung. Beispielweise, gelang das erste große Klaviersolo im ersten Satz, untere Noten, nie zuvor in dieser Perfektion. Es erinnerte an die opulente Klang-Entfaltung einer Orgel.
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Filigraner gestaltete er auch seine Kadenz. Die Kulminationen zeichneten sich durch Natürlichkeit. In Akkord-Passagen nahm Berezovsky sich ausreichend Zeit, so dass der Phrasierungsbogen breiter wirkte. Ein riskantes Spiel, das einem Performer höchste technische Anforderung abverlangt. Berezovsky stellte noch einmal unter Beweis, wie hervorragend er sein Instrument beherrscht. Ein kleiner Schönheitsmakel lag im Pedal. Das war etwas zu üppig an exponierten Stellen. Berezovskys durchdringende Anschlagskultur aber sorgte dafür, dass die Tontransparenz nicht verloren ging. An den Solobläser Einsätzen hielt der Pianist sein Solisten-Ego stark zurück und begleitete seine Kollegen kammermusikalisch denkend.

Im zweiten Satz Adagio gelang dem Pianisten, die feine Balance zwischen zarten Lyrismen und Pathos, authentisch herzustellen. Interessant war auch seine subtile Art der Artikulation. Hier zeigte er sich als sensibler Lyriker. Der dritte Satz verlangt den größten technischen Anspruch, sowohl auch physischen Aufwand.  Anfänglich agierte Berezovsky etwas zu vorsichtig. Möglicherweise um seine Kraft zu temperieren. Taktisch klug, aber dadurch wurden die Konturen nicht ganz hervorgehoben. Ab 2/3 des Satzes begann ein aufbrausendes Finale. Dynamisch gut kontrolliert, Solo und Tutti geschickt austarierend, und der Spannungsbogen festhaltend. Berezovsky setzte sich voll ein. Nach dem Motto: Alles oder nichts. Das altersmäßig wohl gemischte Publikum war mitgerissen. Es herrschte absolute Stille. Als der letzte Akkord ausklang, tobte stürmischer Applaus los. Berezovsky triumphierte. Unterstützt von der kongenialen Zusammenarbeit mit dem Ural Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Dmitri Liss. Mit der klanglichen Eleganz, Farbenreichtum und Flexibilität erlaubte das Orchester dem Pianisten aufzublühen. Selten habe ich erlebt, dass ein Orchester so nah auf den Solisten einging. Als Zugabe musizierten die Musiker gemeinsam den letzten Abschnitt aus dem 3. Klavierkonzert Rachmaninovs. Die Zuhörer bedankten sich mit stehenden Ovationen.
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Zwischen Wollen und Können gibt es einen feinen Unterschied. Wenn Berezovsky will, kann er. 

***

Boris Berezosky (Klavier)
Ural Philharmonic Orchestra
Dmitri Liss (Dirigent)

Sergej Rachmaninov: Klavierkonzert Nr.3 in d-Moll op.30
I. Allegro ma non tanto
(Originalkadenz)

II. Intermezzo: Adagio
III. Finale: Alla breve

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Klavier ★★★★★
Saalakustik ★★★★★

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Info: Berezovskys nächste Aufführung des Rachmaninov- Klavierkonzerts Nr. 3 in DE ist am 14. und 15.Mai 2017 im Badischen Staatstheater Karlsruhe zu erleben.

 

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Boris Berezovsky & Dmitri Liss mit dem großartigen Ural Philharmonic Orchestra

Nikolai Lugansky -PROKOFIEV Nr.2 Live aus Moskau

15. Sep.2016  Tchaikovsky Concert Hall Archiv Video

Dirigent: Alexander Vedernikov
Novaya Rossiya Symphony Orchestra

Programm
PROKOFIEV – Klavierkonzert Nr.2 in g-Moll op.16
I. Andantino-Allegretto
II. Scherzo: Vivace
III. Intermezzo: Allegro moderato
IV. Finale: Allegro tempestoso

Zugabe
Rachmaninov: Moment Musicaux Op. 16 Nr. 1

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Luganskys Prokofiev Nr.2  beeindruckt durch strukturelle Klarheit, profilierte Akzentuierung und elastische, konturierte Phrasierung.  Sein Prokofiev Nr.3  wird am 07. 09. Oktober im Wiener Konzerthaus zu erleben sein. Hoffen wir mal auf ein Livestream. 

PROKOFIEV Marathon – Philharmonie München / Hochstinteressantes Konzertprogramm im Herbst

Anlässlich des 125. Geburtsjahres von Sergei Prokofiev (1891-1953) veranstaltet die Münchner Philharmonie eine besondere Vorstellung. Seine gesamten Klaviersonaten werden am Nachmittag des 12. November, in zwei Konzerten aufgeführt. Die eingeladenen Pianisten sind vier Preisträger des Tschaikowsky Wettbewerbs 2015: Dmitry Masleev, George Li, Lukas Geniusas und Sergei Redkin. Ursprünglich sollten die Konzerte im kleinen Saal der Philharmonie stattfinden. Aufgrund der großen Nachfrage hat das Haus sich doch für den großen Saal entschieden. Prokofievs Sonaten von vier jungen hochbegabten Pianisten mit völlig verschiedenen pianistischen Charakteren zu erleben, wird ein spannendes Ereignis sein.

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12. November 2016 Philharmonie München Info

14:00 Uhr
DMITRY MASLEEV
Prokoviev Sonaten Nr. 1, 2, 3
D. Scarlatti: Sonate K. 141
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GEORGE LI
Prokofiev Sonaten Nr. 4, 6
D. Scarlatti: Sonate K. 5
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16:30 Uhr
LUKAS GENIUŠAS
Prokofiev Sonaten Nr. 5, 7
D. Scarlatti: Sonate K. 450
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SERGEJ REDKIN
Prokofiev Sonaten Nr. 8, 9
D.Scarlatti: Sonate K. 193
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Von Hunden lernen / Pöbelndes Klassikpublikum

*** Cembalo-Konzert in der Kölner Philharmonie, März 2016 ***
Performer: Mahan Esfahani
In der Englisch gegebenen Werk-Einführung wurde der Cembalist bereits vom Publikum angepöbelt mit den Worten „Reden Sie doch gefälligst Deutsch!“ Sein Cembalo Vortrag „Piano-Phase von Steve Reich“ wurde mit Pfeifen, Klatschen und sonstigen Geräuschen begleitet. Infolgedessen brach er das Konzert ab. Die Störer waren hauptsächlich ältere Männer.
Dazu ein Bericht von Die Welt hier

 

*** Schubertiade-Schwarzenberg, im August 2016***
Performer: Ian Bostridge
Sobald Bostridges Zugabe „Forelle“ von Schubert ausklang, meldete sich ein älterer Herr lauthals aus dem Publikum mit den Worten „Deutsch lernen!“   
Ein Bericht dazu von BR Klassik hier

 

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Von Hunden lernen
Im Herkulessaal München ist gelegentlich ein Labrador Retriever zu sehen, der seinen blinden Herrn begleitet. Beim ersten Mal saß der Hund schräg hinter mir. Da ich zuvor nie einen Hund im Konzertsaal sah, machte ich mir Gedanken, ob er plötzlich zu bellen anfangen würde. Der Pianist auf dem Podium wusste sicher nicht, dass ein Hund sich unter dem Publikum befindet. Meine Sorgen waren unbegründet. Gut 2 Stunden im Saal und während der Pause, verhielt der Hund sich ruhig. Sogar ein Hund kann das. Sein Benehmen könnten die Störer in obigen Vorfällen auch mal lernen.

Konstantin Scherbakov mit „Eroica“ / Hochinteressantes Konzertprogramm im Herbst

Ein MUSS für Beethoven Fans

Termine:
Sa., 10. Sep. 2016, 11:00 Universität Aula Bonn (Eröffnungsmatinee des Beethoven Festes 2016) Info
So., 08.Okt. 2016 19:30 Allerheiligen-Hofkirche München Info

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Konstantin Scherbakov

Programm
Ludwig van Beethoven:

– 15 Variationen mit einer Fuge für Klavier Es-Dur op. 35 (»Eroica-Variationen«)
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– Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 (»Sinfonia eroica«), Fassung für Klavier solo von Franz Liszt
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Scherbakov – LYAPUNOV : Études d’exécution transcendante, Op.11

Erste live Begegnung mit Lyapunov

Sergei Lyapunovs Werke sind ganz selten in Konzertsälen zu hören. Meine erste Live Begegnung mit ihm war im Tübinger Rezital Boris Berezovskys. Als 2. Zugabe kündete der Pianist persönlich, ein Stück eines russischen Komponisten an. Aufgrund meiner Platzierung im Balkon und Berezovskys sanfter Stimme waren weder der Namen des Komponisten noch der Titel des Werkes klar zu verstehen. Später stellte es sich heraus, dass es sich um die Nr.10 Lesghinka (Kaukasischer Brautbewerbungstanz) aus der 12 Études d’exécution transcendante Lyapunovs handelte. Ein feuriges farbenfrohes Charakterstück. Dessen exotischen Melodie und Rhythmus beim ersten Hören an Balakirev erinnern. Auf die Suche nach den Aufnahmen dieses Werkes, die sehr rar sind, bin ich auf die gesamte Einspielung Konstantin Scherbakov gestoßen. Seitdem ist sie eine meiner Lieblingsaufnahmen.

 

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Sergei Lyapunov (1859-1924)
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Transzendentale Etüden à la russisch

Sergei Lyapunov  stammte aus dem gehobenen Bildungsbürgertum. Seine erste Klavierausbildung genoss er bei seiner Mutter, die eine hervorragende Amateur-Pianistin war. Das Ereignis des Klavierkonzertbesuches von Nikolai Rubinsteins, regte den herangewachsenen Lyapunov an, am Moskauer Konservatorium zu immatrikulieren. Er studierte Klavier bei Paul Papst und Karl Klindworth, beide Liszts Schüler, Komposition bei Sergei Tanejew, Tschaikowskys Schüler und Rachmaninovs Lehrer. Der 24 jährige Lyapunov absolvierte das Moskauer Konservatorium mit der höchsten Auszeichnung. Der Gold Medaille, die später Rachmaninov und Skrjabin auch erhielten. Somit gehörte er in die Elite der russischen Musikszene.

Interessanterweise ließ Lyapunov jedoch seine weitere musikalische Entwicklung von dem Häuflein der mächtigen Fünf  (Balakirew, Borodin, César Cui, Mussorgski, Rimski-Korsakow) beeinflussen. Diese Gruppe ohne akademische Ausbildung sahen sich als Nachfolger Glinkas und strebten nach der russischen Nationalmusik, frei von westlichem Einfluss. Also noch einen Schritt radikaler als Glinka. Somit bildeten sie den Gegenpol zu Tschaikowsky und Co. Dessen ethnisch gefärbter Volksmusikstil mit liberaler Kompositionsform wurde von den mit strengen Kontrapunkten ausgerüsteten Akademikern kritisch, bzw. gering geschätzt. Einschließlich auch vom Publikum in der sogenannten oberen Schicht. Lyapunov sympathisierte mit dem Häuflein, vermutlich aus Überdruss, wegen der „Teutonisierung“ der russischen Musikszene. Unter den Professuren waren die Deutschstämmigen dominant.

Ganz „nationalistisch“ zu werden vermied Lyapunov allerdings, geschuldet seiner akademischen Ausbildung. Liszt war sein musikalisches Vorbild, der tatsächlich im Zentrum seines Schaffens stand. Mehr als sein Mentor und Freund, Balakirev. Sein bedeutendstes Klavierwerk, 12 Études d’exécution transcendante, entstanden zwischen 1897 und 1905, ist die russische Antwort auf Liszts Etüden mit dem gleichen Titel und Liszt gewidmet. In Bezug auf Extremvirtuosität und Demonstration der orchestralen Klangfarben, sind Lyapunovs Etüden mit ähnlichen Merkmale gekennzeichnet wie Liszts. Die effektive Einführung der russischen Folklore aber verlieh ihm Originalität.

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l                           Pianisten Stammbaum

l                      Ludwig van Beethoven (1770-1827)
l                                                 ↓
l                              Carl Cerny (1791-1857)
l                                                 ↓
l                             Franz Liszt (1811-1886)
l                               ↓                                 ↓
        Carl Tausig (1841-1871)        Karl Klindworth (1830-1916)
l                             ↓                                    ↓
Karl Heinrich Barth (1847-1922)    Sergei Lyapunov (1859-1924)
l                            
lHeinrich Neuhaus (1888-1964)
  l                        
 Lew Naumow (1925-2005)
  l                         ↓
lKonstantin Scherbakov (*1963)
   l                       ↓
lYulianna Avdeeva (*1985)
(Gewinnerin des Chopin Klavierwettbewerbs Warschau 2010)
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Klavier, Konstantin Scherbakov

 

Geradezu  erotisch

In den gesamten Etüden überzeugt  Scherbakov mit durchorganisierten Tempi, struktureller Klarheit, luftiger und nuancenreicher Phrasierung, großem Spanungsbogen und Expressivität. Ohne dabei verschnörkelt zu wirken.  Dass er ein weit über Virtuosentum hinausgehender, tiefsinniger Interpret ist, beweist er beispielsweise in der Etüde Nr. 5  Nuit d’été (Sommernacht). Hier zeigt er sein erzählerisches Vermögen. Mit sinnlicher Tongebung und geschickter Agogik gestaltet er jede Phrase, wie eine Deklamation in Prosa. Dabei stellt er ein Wechselbad der Stimmungen faszinierend authentisch dar. Seine Deutung der „Sommernacht“ strahlt eine geradezu  erotische Aura aus.

 

I: Berceuse (Wiegenlied) Andantino in fis-Dur

II: Rondo des fantômes (Tanz der Geister) Presto in dis-Moll

III: Carillon (Glockenspiel) Allegro moderato e maestoso in B-Dur

IV: Térek (Fluss in Kaukasus) Allegro impetuoso in gis Moll

V: Nuit d’été (Sommernacht) Lento ma non tropo in E-Dur

VI: Tempête (Sturm) Allegro agitato molto in cis-Moll

VII: Idylle Andantino Pastorale in A-Dur

VIII: Chant épique (episches Gesang) Allegro maestoso in fis-Moll
Inspirationsquelle: Bylina (ein mittelalterliches russisches Heldenlied)

IX: Harpes éoliennes (Harfe des Windgott) Adagio non tanto in D-Dur

X: Lesghinka (Kaukasischer Brautwerbungstanz) Allegro con fuoco in b-Moll

XI: Rondo des sylphs (Tanz des Sylphes ) Allegretto scherzando in G-Dur
Sylphen: Natur- oder Wassergeist

XII: Elégie en mémoire de François Liszt Lento capriccioso in e-Moll

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In folgenden Konzerten werden Lyapunovs transzendentale Etüden zu hören sein.

24. Feb. 2017 Herkulessaal München
Klaver, Marc-Andre Hamelin
LYAPUNOV: Etüde Nr.10 Lesghinka, Etüde Nr.12 Elégie en mémoire de François Liszt

11. April 2017 Semper Aula, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
Klavier, Konstantin Scherbakov
LYAPUNOV: 12 Études d’exécution transcendante, Op.11 (Auswahl)

Rückblick Saison 2015/16

Meistgelesene  Top 10 

1. Evgeny KISSIN  Recital / Musikverein Wien 02. März 2016 

2. Boris BEREZOVSKY Recital / Neue Aula Tübingen 09.Nov.2015

3. Marc-Andre HAMELIN  mit der London Phil.- Rachmaninov Paganini Rhapsodie  & Liszt Danse macabre  / Alte Oper Frankfurt 28. Sep. 2015

4. Marc-André HAMELIN Recital / Herkulessaal München 22. Junie 2016

5. Denis KOZUKHIN Recital / Schwetzinger Festspiele 01.Mai 2016

6. Boris GILTBURG mit der Deutschen Radio Philharmonie – Rachmaninov Klavierkonzert Nr.3 / Konzerthaus Karlsruhe 08. April 2016

7. Grigory SOKOLOV Recital / Alte Oper Frankfurt 10. Nov. 2015

8. Marc-André HAMELIN Recital /Stadthalle Heidelberg 17. April 2016

9. Nikolai TOKAREV mit den Moskauer Virtuosen  – Mozart Klavierkonzert Jenamy / Philharmonie Köln 25. Okt. 2015

10. Arcadi VOLODOS Recital /Stadthalle Heidelberg 13. April 2016

 

Meine persönlichen Top 5 Konzerte (nach Datum)

– Marc-Andre HAMELIN Alte Oper Frankfurt 28. Sep. 2015

– Evgeny KISSIN Klavierabend /  Musikverein Wien 02. März 2016

– Marc-André HAMELIN Klavierabend Stadthalle Heidelberg / Heidelberger Frühling 17. April 2016

– Klaviertrio mit KISSIN, RACHLIN & MAISKY Philharmonie Essen / Klavierfestival Ruhr 18. April 2016

– Denis KOZUKHIN Klaviermartinee / Schwetzinger Festspiele 01. Mai 2016

 

Instrument Auswahl Top 4
Steinway – Evgeny Kissin Recital Musikverein Wien 02. März 2016
Steinway – Marc-Andre Hamelin mit der London Phil. Alte Oper Frankfurt 28. Sep. 2015
Steinway – Grigory Sokolov Recital 10. Nov. 2015 Alte Oper Frankfurt
Steinway – Marc-André Hamelin Recital 17. April 2016 Stadthalle Heidelberg

 

Saalakustik Top 4
Neue Aula Uni Tübingen
Musikverein Wien
Konzerthaus Karlsruhe (ein verstecktes Schumuckstück in Bezug auf Akustik)
Stadthalle Heidelberg

 

Publikum Top 3
Wiener Musikverein – Evgeny Kissin  Recital 02. März 2016
Heidelberger Stadthalle – Marc-André Hamelin Recital 17. April 2016
Essener Philharmonie – Klaviertrio mit Kissin, Rachlin & Maisky 18. April 2016

 

Beste Liveübertragungen

– Marc-André Hamelin – Rachmaninov Klavierkonzert Nr.3 mit London Phil. London 09. März 2016 

– Marc-André Hamelin – Brahms Klavierkonzert Nr.2  aus Lugano 04. Mai 2016

– Bernd Glemser Recital aus Graz/Styriarte 05. Juli 2016

– Behzod Abduraimov – Rachmaninov Klavierkonzert Nr.3 aus London 18. Juli 2016

 

Rising Stars 

Seong-Jin Cho (Jg.1994): Gewinner des Chopin Klavierwettbewerbs Warschau 2015
Lukas Vondracheck (Jg.1986): Gewinner des Königin Elisabeth Wettbewerbs Brüssel 2016

Musik als Lärmbelastung

Einer meiner Bekannten, ein Klavierlehrer, teilte seiner Wohnung mit einem Mann, der ein großer Klassikmusikliebhaber ist. Während mein Bekannter nur eine spärliche CD Sammlung besitzt, hat sein Mitbewohner Tausende. Sobald er nach seiner Arbeit nach Hause kam, drehte er seine Stereoanlage laut auf. Einen Kopfhörer zu benutzen lehnte er ab. Mein Bekannter litt darunter schrecklich. Musik hatte er genug gehört, von seinen täglichen Übungen und von seinen Schülern. Wer täglich stundenlang am Klavier seine Zeit verbringt, braucht danach Ruhe. Mir geht es ähnlich. Das verstand dieser große Musikliebhaber nicht.

Einmal während eines gemeinsamen Abendessens war es mir auch zu viel und ich forderte ihn auf, entweder den Ton leiser zu stellen oder ganz abzuschalten. Mit erstaunlichem Blick meinte er, ich müsste doch Musik lieben. Ich bekenne mich nicht als große Musikliebhaberin. Ich versuche mich am Klavier zu verbessern. Falls ich Musizieren hören möchte, gehe ich ins Opernhaus oder in ein Konzert. CDs höre ich selten. Am Wochenende war es bei meinem Bekannten am schlimmsten. Er konnte nicht anders als die Wohnung zu verlassen und ging in den Park oder in ein Cafe, wo er nicht mit Musik berieselt wurde. 

GEORGE LI Recital / Kapuzinerkloster 07. August 2016 Klaviersommer Cochem

Cochem, Juwel der Mosel

Der Klaviersommer Cochem findet in einer der attraktivsten Regionen Deutschlands statt. Das Mosel Tal zeigt sich hier in malerischer Pracht und endlos grünen Weinbergen. Beide Ufer der Mosel angrenzend, das reizendes Städtchen Cochem. Mitten im Stadt Bild hoch auf einem Hügel thronend, die mittelalterliche Reichsburg. Am Marktplatz, das Zentrum der Altstadt Cochem, reihen sich schöne Fachwerkhäuser in Pastellfarben aneinander. Auf Treppen in schmalen Gassen führt der Weg hoch zum Veranstaltungsort. Ein ehemaliges Kapuzinerkloster. Zum Rasten auf einer Bank kann man den herrlichen Blick auf die Reichsburg genießen. Ohne den Klaviersommer hätte ich dieses Juwel nicht entdecken können. Mit dem nächsten Besuch des Klavierfestivals werden wir hier wohl Urlaub machen.☺

 

Ungarische Rhapsodie brachte stehende Ovationen

Einige Stunden vor dem Klavierabend George Lis sah ich den Künstler auf der Straße. Mit Reisegepäck war er gerade in Cochem eingetroffen. Ein Tag zuvor trat er im Verbier Festival auf und begeisterte mit seinem bravourösen Vortrag des Saint-Saens Nr.2, das noch bei medici.tv zu hören und zu sehen ist. In Cochem hatte er nicht viel Zeit, das neue Klavier kennenzulernen und zu zähmen. Das gehört wohl zum Pianisten Leben. Mit der Klavierauswahl schien George Li Glück gehabt zu haben. Der Flügel, ein mittelgroßer Shigeru Kawai. Sowohl im Diskant und im Bass strahlte das Instrument mit sanften und warmen Klängen. Dabei fehlte es nicht an Volumen. Zuvor hatte ich dieses Instrument im Mikhail Pletnevs Konzert zum ersten Mal gehört.

George Li, geb. 1995, begann seine Podium-Karriere als Wunderkind. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er durch den Tschaikowsky Wettbewerb 2015, in dem der damalig 19 jährig den zweiten Preis zusammen mit Lukas Geniusas teilte. Lis Markenzeichen ist sein warmer und großvolumiger Anschlag. Extrem schnell sind seine Finger. Zudem hat er die Gewohnheit, jede Taste fest und tief durchzudrücken. Diese Art des Spiels ist sehr kraftaufwendig, aber erzielt maximale Wirkung. Es wundert nicht, dass George Li glasklare Transparenz an Polyphonie erzeugt und die Kunst des Legatos und der Dynamik beherrscht.  

Sein erstes Programm, Haydens Sonate in h-Moll, gestaltete Li in schlichter und unprätentiöser Art mit sparsamem Pedal. Insbesondere gefiel mir sein dezentes Nuancenspiel in den 16tel Passagen, welches nicht oft in Vorträgen dieser Sonate zu hören ist. Etwas misslich war, nach meinem Geschmack, die subtile Bipolarität in Tempo di Minuetto und Minore. Im Presto Satz gelang es dem Pianisten, den epischen Charakter des Textes, schwungvoll und expressiv, pointiert artikulierend, darzustellen.  Die Chopin Sonate in b-Moll  modulierte er in großformatigem Stil, jegliche Sentimentalität vermeidend. Allerdings fehlte es etwas an der Balance zwischen Konstruktion und Emotion. Auch griff er hin und wieder zu stark in die Tasten. In den Rachmaninov- Corelli Variationen waren die Phrasierungsbogen etwas zu kurz, auch fehlte etwas an agogischem Geschick. Gelungen waren die Variationen mit perkussiven Merkmalen.

In Liszt zeigte George Li seine beste Seite. Die Consolation Nr.3 präsentierte er mit einfühlsamer Melodielinie, großem Bogen und agogischen Raffinessen wie ein alter Meister.  An der Ungarischen Rhapsodie Nr.2, hing der Erfolg des Klavierabends von George Li. Das schaffte der junge Pianist. Beeindruckend war nicht nur seine technische Brillanz, er verstand, weit darüber hinaus zu gehen und die Ausdeutung dieses Werkes im Sinne Liszt zu treffen. Seine Darbietung bestach durch geschlossene Phrasierung, Agilität, natürliche und atmende Rubati und in Atem haltende Spannung. Das begeisterte Publikum gab spontan stehende Ovation. Darauf folgten 2 Zugaben. Ein Diamant, dem noch der letzte Schliff fehlt. Wen wundert es bei einem Alter von 20 Jahren.

Programm
Haydn: Sonate h-Moll Hob. XVI:32
Chopin: Sonate Nr.2 in  b-Moll op.35
Rachmaninov: Corelli-Variationen op.42, in d-Moll
Liszt:
-Consolation Nr.3 in Des-Dur
-Ungarische Rhapsodie Nr.2 in cis-Moll (Kadenz:Rachmaninov)
Zugaben
-Liszt/Schumann: „Widmung“
-Bizet/Horowitz: Carmen Fantasie

 

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Prokofiev Klaviersonaten Marathon
Am 12. November 2016 tritt George Li zusammen mit Dmitry Masleev, Lukas Geniusas und Sergei Redkin, Preisträger des Tschaikowsky Wettbewerbs 2015,  in der Philharmonie München auf.
Ihr Programm: die gesamten Klaviersonaten von PROKOFIEV!

 

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Beautiful COCHEM

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Kapuzinerkloster: Veranstaltungsort
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Blick von der Burg auf Cochem
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Reichsburg Cochem

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Marktplatz
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Moseltal, nicht minder reizend als Dordogne-Tal in Frankreich

 

Nikolai Lugansky Recital Livestream aus La Roque d’Anthéron

10. Aug. 20:00 France Musique
(Available until 09.Sep.)

Programm
FRANCK/Bauer: Prelude, Fuge und Variation op. 18
SCHUBERT: Impromptus op. 142
TCHAIKOVSKY: The Seasons (Auswahl)
RACHMANINOV: Moments Musicaux op. 16 (Nr. 3. 4. 5. 6.)

Zugaben
Rachmaninov: Prelude Op.23 Alla marcia in g-Moll
Medtner: Canzona serenata No 6 Op. 38

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Am 06. Dezember 2016 tritt Nikilai Lugansky mit dem selben Programm an der Alten Oper Frankfurt auf. 

Behzod Abduraimov Recital / Liveübertragung aus dem Verbier Festival (1)

03. August 2016  http://www.medici.tv/#!/verbier-festival-abduraimov-recital
(Available)

Programm:
CHOPIN: Ballade Nr. 1 in g-Moll op.23
SCHUBERT: 6 Moment Musicaux, Op. 94, D. 780
BEETHOVEN: Klaviersonate Nr. 23 in f-Moll Op. 57, ‚Appassionata‘
PROKOFIEV: Klaviersonate Nr. 6, Op. 82.

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Kontrolliertes Power-Spiel, verblüffende Klarheit, insbesondere in den kontrapunktischen Passagen, logische Entwickelung. Einfach beeindruckend!
Behzod Abduraimov gehört die Zukunft.

Mannheimer Philharmoniker Saison 2016/17

So. 02.10.2016 19:00h – Rosengarten Mannheim
Mannheimer Philharmoniker
Boian Videnoff, Leitung
Mischa Maisky, Violoncello
Programm
Dvorák: Konzert für Violoncello
Beethoven: Sinfonie Nr. 3 „Eroica“

 

So. 04.12.2016 19:00h – Rosengarten Mannheim
Mannheimer Philharmoniker
Boian Videnoff, Leitung
Moritz Winkelmann, Klavier
Programm
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3

 

Sa. 07.01.2017 19:00h – Rosengarten Mannheim
Olga Zado, Klavier
Recital
Programm
Haydn: Sonata Hob. XVI: 46
Schumann: Fantasie in C-Dur
Prokofjew: Sonate Nr. 6

 

So. 19.02.2017
19:00h – Rosengarten Mannheim
Mannheimer Philharmoniker
Boian Videnoff, Leitung
Francesca Dego, Violine
Programm
R. Strauss: Träumerei am Kamin aus Intermezzo
Wolf-Ferrari: Violinkonzert
Schumann: Sinfonie Nr. 4

 

So. 14.04.2017 19:00h – Rosengarten Mannheim
Mannheimer Philharmoniker
Boian Videnoff, Leitung
Evgeni Bozhanov, Klavier
Programm
Rachmaninoff: Klavierkonzert Nr. 2 in c-Moll

Mehr dazu http://www.mannheimer-philharmoniker.de/

Marc-André Hamelin Recital Livestream aus der Schubertiade Schwarzenberg

30. Juli, 20:30  BR Klassik  

Programm
MARIA SZYMANOWSKA (1789–1831)
Nocturne B-Dur

WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756–1791)
Sonate D-Dur, KV 576

FRANZ SCHUBERT (1797–1828)
Walzer-Suite zusammengestellt von Sergei Prokofjew (1923)

FRANZ LISZT (1811–1886)
»Soirées de Vienne« Nr. 9
(Valses caprices d’après Schubert)

FRANZ SCHUBERT
Vier Impromptus, D 935
Nr. 1, f-Moll: Allegro moderato
Nr. 2, As-Dur: Allegretto
Nr. 3, B-Dur: Andante
Nr. 4, f-Moll: Allegro scherzando

Zugabe
Liszt: „Un sospiro“ aus 3 Études de concert, S.144

(Aufnahme vom 20. Juni 2016 im Angelika-Kauffmann-Saal, Schwarzenberg)

CLEMENTE TRIO / 15. Juli 2016 Hubertussaal-Schloss Nymphenburg München

RIP to the victims of Munich

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Peter Clemente, Violine
Konstantin Pfiz, Violoncello
Paul Rivinius, Klavier

Mendelssohn: Klaviertrio Nr. 2 c-moll op. 66
I. Allegro energico e fuoco
II. Andante espressivo
III. Scherzo. Molto Allegro quasi Presto
IV. Finale. Allegro appassionato

Rachmaninow: Klaviertrio Nr. 2 d-moll op. 9 „élégiaque“
I. Moderato—Allegro vivace
II. Quasi variazione. Andante
III. Allegro risoluto—Moderato

3 x Zugaben
u.a. Schumann: Träumerei

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Schloss Nymphenburg, München